Die 5 Ebenen des Loslassens

Und warum es manchmal im Körper beginnt – lange bevor wir es im Kopf verstehen.

Loslassen klingt oft groß. Fast dramatisch. Dabei beginnt es im Alltag – leise und unscheinbar.

Ich spüre es zum Beispiel, wenn ich viel im Außen bin. Wenn ich funktioniere, plane und organisiere. Dann merke ich irgendwann, dass meine Schultern hochgezogen sind. Der Kiefer ist angespannt. Mein Atem ist flach.

Oder auch jetzt gerade, während ich diesen Blogartikel schreibe. Voll konzentriert. Engagiert. Mit dem inneren Anspruch, es „gut“ zu machen. Während ich bemerke, dass ich festhalte, darf ich innerlich ein kleines Stück weicher werden.

Loslassen beginnt oft im Körper, bevor wir überhaupt merken, dass wir festhalten.

In meiner Praxis begegnet mir dieses Thema täglich. Besonders im Zusammenhang mit Grübelschleifen. Gedanken, die nicht loslassen wollen. Die kreisen. Die analysieren. Die warnen.

Diese Gedankenschleifen sind häufig Verstärker – und manchmal auch Auslöser – für psychische Erkrankungen wie Burnout, Angst oder Depression. Sie aktivieren unser Nervensystem immer wieder neu. Der Körper bleibt in Alarmbereitschaft.

Loslassen ist deshalb kein Luxus. Es ist ein heilsamer Prozess – auf mehreren Ebenen.

Loslassen geschieht nicht nur im Kopf. Es ist ein ganzheitlicher Prozess.

Bevor wir Gedanken loslassen können, dürfen wir oft zuerst Muskelspannung lösen.

Frage dich:

  • Wo halte ich gerade fest?
  • Sind meine Schultern weich?
  • Wie fühlt sich mein Atem an?

Mini-Impuls: 

Atme bewusst ein und ziehe dabei deine Schultern hoch. Beim Ausatmen lass deine Schultern los. Loslassen beginnt oft mikroskopisch klein..

Unsere Grübelgedanken wollen uns schützen. Sie glauben, wenn sie nur lange genug nachdenken, verhindern sie Schmerz. Doch in Wahrheit halten sie uns oft gefangen. Hier ist ein zentraler Schritt – wie wir ihn auch in achtsamkeitsbasierten Verfahren wie MBCT üben: Gedanken beobachten, statt ihnen zu folgen.

Hilfreiche Übung:
Gib deinem Grübelgedanken innerlich einen Namen:
„Ah, da ist wieder die Sorgenstimme.“

Nicht bekämpfen. Nicht analysieren.
Nur erkennen.

Allein das schafft Abstand.

Loslassen heißt nicht, Gefühle wegzudrücken. Im Gegenteil. Oft halten wir nicht an der Situation fest – sondern am Widerstand gegen das Gefühl. Traurigkeit. Enttäuschung. Angst. Wenn wir ihnen Raum geben, dürfen sie sich bewegen.

Frage:
Was fühle ich gerade – unter all den Gedanken?

Manchmal liegt unter Wut einfach Erschöpfung.
Unter Perfektionismus Angst, nicht zu genügen.

Sanftes Hinspüren ist hier der Schlüssel.

Gerade wir Frauen in der Lebensmitte tragen oft viele Rollen.

Bei mir zum Beispiel: Tochter, Mutter, Partnerin, Schwester, Kollegin, Unternehmerin, Therapeutin, Selbstständige.
Und innerlich oft den Satz: „Ich muss.

Loslassen bedeutet hier:

  • Erwartungen überprüfen
  • Perfektionismus hinterfragen
  • Das „Ich muss“ in ein „Ich kann“ verwandeln

Nicht alles, was wir tragen, gehört wirklich zu uns.

Die wahrscheinlich tiefste Ebene des Loslassens ist die Kontrolle.

Unser Nervensystem liebt Sicherheit. Kontrolle gibt scheinbare Stabilität. Doch sie hält uns oft im Dauerstress.

Loslassen heißt hier nicht: „Es ist mir egal.“
Sondern: „Ich tue, was ich kann und erlaube dem Leben, sich zu entfalten.“

Das ist ein innerer Reifungsprozess und er braucht Übung.

Vor fast 15 Jahren war ich selbst an einem Punkt völliger Erschöpfung. Ein Burnout hatte mich ausgebremst. Damals konnte ich diese Zusammenhänge noch nicht erklären.

Heute weiß ich: Mein Nervensystem war dauerhaft aktiviert. Mein Körper im Überlebensmodus.

Damals begann ich zu meditieren.

Rückblickend hat mir Meditation auf mehreren Ebenen geholfen:

  • Akut: In Momenten von Überforderung konnte ich über den Atem wieder Boden spüren.
  • Mittelfristig: Ich lernte, meine Gedanken zu beobachten, statt ihnen blind zu glauben.
  • Langfristig: Ich spürte, wie ich ruhiger wurde. Weicher. Klarer. Ich kam wieder bei mir selbst an.

Heute kann ich dir und meinen Kund:innen erklären, was damals geschah und warum es mir so geholfen hat.

Damals fühlte es sich an wie ein kleines, nein, ein großes Wunder.

Meditation hat mir geholfen, loszulassen – nicht alles auf einmal.
Sondern Atemzug für Atemzug.

Vielleicht ist jetzt dein Moment

Wenn du das Loslassen vertiefen möchtest, findest du in meinem Mitgliederbereich „Achtsame Wege“ einen geschützten Ressourcen-Ort.

Dort wartet eine Sammlung aus Meditationen, Atemübungen und SOS-Impulsen auf dich – zum Beispiel um am Ende des Tages bewusst loszulassen, Grübelgedanken zu beruhigen oder dein Nervensystem zu stabilisieren.

Du kannst jederzeit in deinem Tempo eintauchen.

✨ Hier findest du alle Informationen:
Mitgliederbereich: Achtsame Wege

 Und wenn du dir regelmäßige kleine Impulse wünschst …

In meinem WhatsApp-Kanal „Glücksspuren im Alltag“ teile ich achtsame Gedanken und sanfte Erinnerungen zum Innehalten – mitten im Alltag.

Wenn du dich begleiten lassen möchtest, folge dem Kanal gern hier: 🍀 Glücksspuren im Alltag

INNERE STABILITÄT STÄRKEN – IM LEBEN UND IM BERUF

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und ausgebildete Achtsamkeitslehrerin (MBSR & MBCT). Seit vielen Jahren begleite ich Menschen dabei, gesünder mit Stress umzugehen, Klarheit im Denken zu entwickeln und innere Stabilität zu stärken.

Meine Arbeit verbindet wissenschaftlich fundierte Achtsamkeitsmethoden mit psychotherapeutischer Kompetenz – mit dem Ziel, Resilienz und innere Stabilität nachhaltig zu fördern.

Ich freue mich, wenn meine Impulse dich auf deinem Weg unterstützen.
Deine Carmen

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